Klinik

Dermatomyositis 5 Untergruppen nach AK Profil

  • Alter um 50 Jahre
  • Muskelschwäche proximal, Beine
  • Hautexanthem an lichtexponierte Stellen
  • CK <50fach
  • Lungen, Gelenk-, Herzmanifestation
  • Anti-TIF-1Y-AK in 80 % MalignomeLungen, Gelenk-, Herzmanifestation
  • Anti-MDA5-AK mit rapid progredienter Lungefibrose, 6-Monate Überleben ca 40%

Immunvermittelte nekrotisierendeMyositis

  • häufigste 30%e
  • Muskelschwäche Atemmuskulatur und Schluckmuskulatur
  • Der Anti-Jo-1-Ak ist mit etwa 72 % der häufigste der 7 aktuell bekannten Ak gegen die Aminoacyl-tRNA-Synthetase
  • Anti-HMGCR-AK in 75% mit Statineinnahme, schlechte Prognose mit rasch progredienter Muskelschwäche

Antisynthetase Syndrom

  • interstitielle Lungenerkrankung
  • Raynaud, Muskelschwäche Atemmuskulatur und Schluckmuskulatur
  • Hyperkeratose Handinnenflächen Mechaniker Hände
  • CK <50fach
  • Lungen, Gelenk-, Herzmanifestation
  • Anti-Jo-1
  • Anti-PL7-, Anti-PL12- und Anti-EJ-Ak ist eine zunehmende Dyspnoe das führende klinische Symptom zu Beginn der Erkrankung, erst im Verlauf kommt es zur typischen Gesamtkonstellation.

Einschlusskörperchen Myositis

  • Dysphagie häufig Erstsymptom
  • Männer > Frauen
  • Alter > 45 und Kniestrecker >Hüftbeuger und /oder Fingerbeuger>Schulterabduktoren > 12 Monate
  • ca 15 fache CK-Erhöhung
  • Anti-cN1A-AK bei 60% der Patienten

Overlap Syndrom

  • . Die Patienten weisen dabei überlappende Eigenschaften von mindestens zwei etablierten Kollagenosen auf, wobei Myositiden mit Anteilen einer systemischen Sklerose, eines Lupus erythematodes und eines Sjögren-Syndroms die Hauptvertreter sind.
 

Diagnostik

Anamnese

  • Anamnese
  • Myositis AK
  • Muskelbiopsie


 

Stadien

Anntikörper Myositis Unterform Klinische Relevanz
Anti-Mi-2 Dermatomyositis Nein
Anti-TIF-1y Dermatomyositis Malignome
Anit-MDA5 Dermatomyositis Rasch lebensbedrohliche Lungenbeteiligung
Anti-NPXP2 Dermatomyositis Malignome; bei Jugendlichen kutane Kalzinose
Anti-SAE2 Dermatomyositis Malignome;manchmal Dysphagie
Anti-NT5c1A Einschluskörpermyositis Dysphagie Lähmungen Streckseiten obere oder untere Extremitäen
keine Bekannten Polymyositis Dysphagie Lähmungen Streckseiten obere oder untere Extremitäen
Anti-SRP Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie schwerer Verlauf
Anti-HMGCR Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie nach Statingabe
Anti-Jo-1, Anti-PL7, AntiPL12,Anti-OJ Anti-EJ Antisynthetasesyndrom Interstitielle Lungenbeteiligung
Anti-RNP/Sm, Anti-SSA,Anti_Ro52,Anti-KU Anti-EJ Overlap bei Anti-Jo-1 und Anti-Ro52 erhöhtes Risiko Schwere Interstitielle Lungenbeteiligung
Ak Antikörper, EJ Glycyl-tRNA-Synthetase, HMGCR 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Koenzym-A-Reduktase, Jo‑1 Bezeichnung geht auf den ersten Patienten „John P.“ zurück, bei dem der Jo-1-Ak nachgewiesen wurde, Ku DNA-abhängige Proteinkinase, MDA5 „melanoma differentiation-associated gene 5“, Mi‑2 nukleäre Helikase, NT5c1A zytosolische 5’-Nukleotidase 1A, OJ Isoleucyl-tRNA-Synthetase, PL7 Threonyl-tRNA-Synthetase, PL12 Alanyl-tRNA-Synthetase, NXP2 „p140 nuclear matrix protein“, PM-Scl Polymyositis-Sklerodermie, RNP/Sm Ribonukleoproteinkomplex mit Smith-Polypeptiden, SAE „small ubiquitin-like modifier activating enzyme“, SRP „signal recognition particle“, SSA „Sjögrenʼs syndrome-related antigen A“ (= Ro), TIF-1γ „transcriptional intermediary factor 1γ“
 

Bekannte Risikofaktoren für Malignome sind die Diagnosegruppe Dermatomyositis

  • positive Anti-TIF-1γ-Ak,
  • hohes Alter,
  • Dysphagie
  • kutane Kalzinose

Differenzial Diagnosen

  • Muskeldystrophie Typ Duchenne, Becker, Fasziskapulohumeral, kongenital, Gliedergürtel 2, nichtdystrophische,
  • Myopathie metabolisch: Gllykogenosen, Mitochondropathie, Lipidspeicher Krankheiten
  • Myotonie Typ 1 2, nichtdystrophische,
  • erworbene Myopathie toxisch medikamentös, endokrine Myopathie

Therapie

  • Die medikamentöse Therapie erfolgt im klinischen Alltag weitgehend empirisch und orientiert sich an Art und Stadium der Organmanifestation. Allgemeine Therapieprinzipien:
  • Ein sinkender CK-Wert unter Steroiden ist nicht zwangsläufig ein Anzeichen für eine klinische Besserung einer Muskelschwäche.
  • Der Ak-Titer korreliert nicht mit dem Therapieansprechen und eignet sich deshalb auch nicht als Verlaufsparameter.
  • Neben der Muskelschwäche sind Dysphagie und Lungenfibrose die wichtigsten Organmanifestationen, die lebenslang im Fokus bleiben sollten.

Erstlinien Therapie

  • Steroide
  • akuten und schweren Muskelschwäche mit Paresen, Dysphagie und Aspirationsgefahr Steroid Pulstherapie 1mg/KgKG oder bei Resistenz 250-1000mg iv tgl 3 Tage
  • MTX und Azathiprin, bei Lungenbeteiligung frühzeitig Mycophenolatmofetil(MMF) oder Ciclosporin.
  • Januskinase Hemmer bei Antisynthetasesyndrom und immunvermittelte nekrotisierende Myopathie Vorteile gegenüber Basistherapie
  • Rituximab RTX bei therapierefraktären Fällen (RIM Studie ohne klaren Vorteil)
  • Tyrosinkinase Hemmer Nintedanib bei chronisch progredienter intersitiellen Lungenerkrankung
  • iv Immunglobuline IVIG bei Dermatomyositis ab 2021 zugelassen(Proderm:randomisierte Placebo kontrollierte Studie)
  • Einschluskörpermyositis IVIG 6 Monate Gehverlust Verzögerung, Steroide bei lebenbedrohlicher Schluckstörung, Botox, Rapamycin/Sirolimus PhaseII vielversprechend